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Die BVB / FREIE WÄHLER Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Potsdam kritisiert die erneute Anhebung der Fernwärmepreise durch die Energie und Wasser Potsdam (EWP) und warnt vor einer weiter zunehmenden sozialen Schieflage in der Stadt. Die Stadtverordneten Andreas Menzel und Dr. Michael Reichert (BVB / FREIE WÄHLER) fordern endlich Transparenz über die tatsächlichen Kostenstrukturen des kommunalen Monopolversorgers.

Geothermieprojekt: Vorerst keine Kostensteigerung – aber ein Trugschluss

Die EWP betont, dass das laufende Geothermieprojekt nicht zur aktuellen Preissteigerung beitrage. „Dass derzeit keine Kostensteigerungen entstehen, liegt schlicht daran, dass der erste Teil des Projekts nahezu vollständig aus Fördermitteln finanziert wird“, erklärt der Stadtverordnete Andreas Menzel. „Für den weiteren Ausbau wird dies aber höchstwahrscheinlich nicht mehr gelten – das hat uns die EWP in Gesprächen nach unserer Großen Anfrage bestätigt.“

Die BVB / FREIE WÄHLER Fraktion hatte vor über einem Jahr eine Große Anfrage zur Wärmewende gestellt, erhielt jedoch bis heute keine vollständige Beantwortung. „Ein Jahr haben wir vergeblich auf Transparenz gewartet. Auch in späteren mündlichen Gesprächen wurden nicht alle Fragen geklärt.“, so Menzel.

Hohe Nebenkosten werden zum sozialen Problem

Die steigenden Preise für Fernwärme, Wasser und Abwasser treffen viele Potsdamer hart. „In vielen der noch vergleichsweise günstigen Wohnungen machen die Fernwärme-, Wasser- und Abwasserkosten inzwischen fast die Hälfte der Gesamtmiete aus. Das ist ein gewaltiges soziales Problem – und es verschärft sich weiter.“, betont Dr. Michael Reichert, der Fraktionskollege von Menzel.

Statt dieses Problem zu erkennen, wiegelt die EWP jedoch ab. Menzel: „Die Behauptung, die EWP liege mit den Fernwärmepreisen ‚im deutschen Mittelfeld‘ ist irreführend. Die EWP vergleicht sich mit zahllosen kleinen, technisch oft ineffizienten Fernwärmenetzen – und ignoriert den Vergleich mit ähnlich großen Netzen, bei denen die Preise normalerweise niedriger liegen sollten.“

Klare Daten: Potsdam ist deutschlandweit unter den teuersten Großnetzen

Die Zahlen auf der bundesweiten Transparenzplattform www.waermepreise.info zeichnen ein eindeutiges Bild: Bei den 61 Fernwärmenetzen über 200 MW Leistung liegt Potsdam 2025 beim Preis für Mehrfamilienhäuser auf Platz 4 – also unter den teuersten in Deutschland. Dies betrifft besonders die vielen Plattenbau- und Bestandswohnungen. Im Bereich Gewerbe, Handel und Dienstleistungen ist Potsdam sogar der drittteuerste von 61 Anbietern.

„Es muss einen Grund geben, warum ausgerechnet Potsdam so teuer ist – und genau diesen wollten wir mit unserer Großen Anfrage herausfinden. Aber die EWP verweigert Antworten zu konkreten Kosten mit dem Hinweis auf Betriebsgeheimnisse.“, kritisiert Menzel.

EWP ist kommunaler Monopolist – und muss transparent sein.

Die BVB / FREIE WÄHLER Fraktion fordert, dass die Stadt als Mehrheitseigentümerin ihrer Verantwortung endlich gerecht wird. Menzel: „Die EWP ist ein kommunaler Versorger und Monopolist. Sie kann sich nicht hinter Betriebsgeheimnissen und Preisformeln verstecken, während die Nebenkosten in Potsdam explodieren. Die Bürger haben ein Recht zu erfahren, warum die Preise so hoch sind.“.

„Die ungewöhnlich hohen und weiter steigenden Preise für Fernwärme, Wasser und Abwasser treiben die Mieten in Potsdam und werden zu einem sozialen Problem. Aber solange die EWP nicht einmal eingesteht, dass es ein Problem bei den Fernwärmepreisen gibt, wird es auch keine Lösung geben. Die BVB / FREIE WÄHLER Fraktion fordert deshalb: Transparenz über die Kostenstruktur – denn eine Wärmewende kann nur gelingen, wenn sie nachvollziehbar und bezahlbar ist.“ so Menzels Fazit.